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Wahlpflichtfächer (WPU)

Der Wahlpflichtunterricht findet in der Doppeljahrgangsstufe 7/8 vierstündig und in 9/10
dreistündig statt.

Es werden neben dem praktischen Arbeiten verpflichtend zwei Klassenarbeiten
pro Schuljahr geschrieben oder Projekte mit vergleichbarem Schwierigkeitsgrad abverlangt.
Im Folgenden werden die Wahlpflichtangebote dargestellt.

Der Fächerverbund von Physik, Chemie und Biologie findet sich im Wahlpflichtunterricht NAWI
wieder. Die Schüler der Jahrgangsstufen 7-10 arbeiten in diesem Wahlpflichtfach überwiegend
erkenntnis-, handlungs- und projektorientiert. Themen werden aus allen Blickwinkeln der
Naturwissenschaft betrachtet und erforscht. Neben der theoretischen Arbeit erlernen die Schüler
einen sicheren Umgang mit dem Mikroskop sowie das Herstellen von Frischpräparaten.
Themenbezogen wird experimentiert und seziert. Es werden Modelle erstellt und der kritische
Umgang mit ihnen geschult. Darüber hinaus findet eine Verzahnung mit dem Ethikunterricht statt
und es werden in diesem Zusammenhang bioethische Fragen fachlich fundiert erschlossen und
diskutiert.

Das Wahlpflichtangebot im Fach Bildende Kunst richtet sich an kreative Schüler der
Klassenstufen 7,8 und 10, die eigene Ideen umsetzen möchten und dabei unterschiedliche
künstlerische Techniken erproben wollen. Themenfelder des regulären Kunstunterrichts werden
aufgegriffen und um anspruchsvollere Aufgabenstellungen erweitert. Im Wahlpflichtunterricht
werden künstlerische Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie handwerkliches Geschick
vorausgesetzt. Obwohl die praktische Arbeit im Mittelpunkt steht, spielt auch die
Auseinandersetzung mit Künstlern und Stilrichtungen verschiedener Epochen eine wesentliche
Rolle. Exkursionen wie Museumsbesuche ergänzen den Unterricht und werden in allen
Jahrgangsstufen durchgeführt. Allgemeine Ziele des Wahlpflichtfachs Bildende Kunst sind die
Förderung zur Herausbildung einer selbstbewussten Persönlichkeit, kreatives Arbeiten, die
Schulung der visuellen Kompetenz, Teamfähigkeit sowie das Verbinden von Theorie und Praxis.
Voraussetzungen für die Teilnahme am WPU Bildende Kunst sind ein vorhandenes Interesse und
Offenheit für Kunst aller Art, Freude an kreativem Handeln, eine künstlerische Begabung, vor
allem aber die Bereitschaft neue künstlerische Techniken zu erlernen. Darüber hinaus ist die eine
Neugierde und Lernbereitschaft für Kunstgeschichte nötig.

Der Wahlpflichtkurs Wirtschaft-Informatik in der Doppeljahrgangsstufe 9/10 ist an
leistungsstärkere Schüler*innen gerichtet, die für den Besuch der gymnasialen Oberstufe am
OSZ Lotis bzw. OSZ IMT (Partnerschulen der Hugo-Gaudig-Schule) vorbereitet werden sollen.
Im 9. Jahrgang liegt der Schwerpunkt im Bereich Informatik und zeichnet sich durch eine
ständige Nutzung der IT-Infrastruktur aus. Während der Arbeit im WPU Informatik werden IT –
Objekte wie einfache Spiele oder HTML-Dokumente erstellt. Inhalte erschließen sich die Schüler
vorwiegend fächerübergreifend, indem sie Dokumente für andere Fächer erstellen und
Rechercheaufgaben erhalten. Die Lernenden erhalten einen umfassenden Einblick in den
Umgang mit Persönlichkeitsrechten und werden entsprechend geschult. Inhaltliche
Schwerpunkte werden unter anderem auf algorithmisches Problemlösen, Standardsoftwares,
Informatiksysteme sowie das Leben in und mit vernetzten Welten gelegt.
Im 10. Jahrgang liegt der Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit im Bereich Wirtschaft. Dazu
gehören die Themenfelder:
• Steuern und Versicherungen
• Soziale Marktwirtschaft
• Betriebswirtschaft/Organisation
• Einkommen und Finanzplanung
Die Lernenden arbeiten überwiegend projektorientiert und wenden dabei ihre im 9. Jahrgang
gewonnen Kompetenzen an. Schwerpunkte werden Rechercheaufgaben und Präsentationen
sein.
Im 2. Halbjahr werden die Lernenden in Kleingruppen ein Planspiel durchführen
(„Beachmanager“), sodass die o.g. genannten Schwerpunkte ihre praktische Anwendung finden.

Das Wahlpflichtfach Arbeitslehre umfasst, wie im Kernfachbereich WAT, die Inhalte
Hauswirtschaft, Technik und Wirtschaft. In seiner Gesamtheit leistet es einen vertiefenden Beitrag
zur Entwicklung einer hauswirtschaftlichen, technischen und ökonomischen Grundbildung. Es
befähigt die Lernenden der Klassenstufen 7 bis 10 zum verantwortlichen Entscheiden und
Handeln in arbeitsrelevanten Lebenssituationen. Übergreifende Thematik dieses Faches ist das
Zusammenleben im Haushalt und dessen praktische Organisation. An der Hugo-Gaudig-Schule
stehen eine Lehrküche sowie eine Textilwerkstatt zur Verfügung.

Der WPU Kulturaustausch deutsch-polnisch verfolgt das übergeordnete Ziel, die Offenheit
gegenüber der kulturellen Vielfalt Europas zu stärken. Um das zu erreichen, erhalten die
Lernenden der Jahrgangsstufen 7 und 10 einen Einblick in das Leben ihrer Partnerschüler, sie
nehmen im Rahmen eines Schüleraustauschs am Alltag im anderen Land teil und lernen in
diesem Zusammenhang das Schulsystem des Gastgeberlandes kennen. Die Schüler der Hugo-
Gaudig-Schule gewinnen einen Einblick in das Leben ihrer Gastgeber und vertiefen auf diesem
Wege persönliche Kontakte. Einige Inhalte dieses speziellen WPU-Kurses sind die Geschichte
Polens und Deutschlands, die Europäische Union, Literatur und Kultur der beiden Länder sowie
das Erwerben basaler polnischer Sprachkenntnisse. In der Schulküche der Hugo-Gaudig-Schule
vertiefen die Schüler ihre Erfahrungen, indem sie polnische Gerichte kochen und mit allen Sinnen
den Kulturaustausch erfahren und genießen können. Das Lernen mit Kopf, Herz und Hand führt
zu einer Erweiterung der kulturellen Kompetenz der Lernenden und verstärkt den Prozess des
Selbstständigwerdens.

Der WPU-Kurs Sport wird in den Klassenstufen 7 bis 10 angeboten. Der Unterricht findet
getrenntgeschlechtlich statt. Sport als Wahlpflichtkurs dient dazu, Grundkenntnisse aus dem
Regelunterricht zu vertiefen. Die Sportarten werden sowohl auf theoretischer Ebene gelernt, als
auch praktisch durchgeführt. Zusätzlich erlernen die Schüler die Grundtechniken in
beispielsweise Floorball, Volleyball oder Tischtennis.

Das Fach Französisch wird nach Englisch als zweite Fremdsprache für alle Jahrgangsstufen
angeboten. Da das Erreichen der allgemeinen Hochschulreife eine weitere Fremdsprache
voraussetzt, eröffnet die Wahl dieses Faches für die Schüler wichtige Bildungsmöglichkeiten nach
der Absolvierung der Sekundarstufe I. Ähnlich dem Englischunterricht werden alle
Sprachkompetenzen (Lesen, Schreiben, Hören/Sehen und Sprechen) durch den Einsatz
verschiedenster Sozialformen und Lernmethoden (Rollenspiele, Einzel- oder Partnerarbeit usw.)
gefördert. Zudem kommen neben klassischen Medien auch Filmsequenzen, Hörtexte oder
Chansons zum Einsatz. Besonders großen Wert wird auf die Sprechfertigkeit der Lernenden
gelegt, da der erfolgreiche Spracherwerb durch kommunikative Prozesse am effektivsten erreicht
werden kann. Das Fach wird nicht leistungsdifferenziert unterrichtet, jedoch können die Schüler
aufgrund der kleinen Lerngruppen optimal betreut und gefördert werden. Die Komplexität der
französischen Sprache verlangt von den Lernenden eine Vor- und Nachbereitung des
Unterrichtsinhalts, was sich zum einen durch zuverlässige Erledigung von Hausaufgaben und
zum anderen durch selbstständige Wortschatzarbeit gewährleisten lässt. Zusätzlich zur
Sprachkompetenz werden wichtige Aspekte der französischen Landeskunde sowie kulturelle
Besonderheiten und geografisches Wissen vermittelt.

Der Wahlpflichtunterricht Politische Bildung stellt ein Angebot dar, das über den Regelunterricht
hinausgeht und ihn thematisch erweitert. Er dient der Vertiefung von Fachinhalten und schafft die
Möglichkeit, Fachliches und Überfachliches zu verbinden. Grundlage für den Unterricht im
Wahlpflichtfach sind die fachlichen Kompetenzbereiche.
Ziel des Fachunterrichts ist es, die Schüler zu mündigen Bürgern heranzubilden, die in der Lage
sind, sich zu politischen Fragestellungen politische Urteile zu bilden. Es geht demnach nicht nur
um die Sachkompetenz, sondern vor allem um die Urteilskompetenz (Urteilsbildung nach Sander).
Simulative Methoden der Handlungsorientierung wie bspw. die Talk Show, Planspiele, die
Großmethode Fishbowl, Pro- Contra-Debatten, Expertenbefragungen oder Rollen-,
Entscheidungsspiele sind von besonderer Bedeutung, da sie im Unterricht die Möglichkeit zum
politischen „Probehandeln“ (Konflikte austragen, Argumente vorbringen, andere überzeugen,
Entscheidungen treffen, Kompromisse schließen) bieten und werden im Wahlpflichtkurs trainiert.
Außerschulische Lernorte des politischen Berlins werden themenbezogen in den Unterricht
einbezogen.